Jan 23rd, 2009
Motorradtrip durch den Burgund
Freunde von uns haben ein kleines Häuschen in der Nähe von Louhans im südlichen Burgund. Letzten Herbst machten wir uns auf die letzte grössere Tour vor dem Winter zu unternehmen. Der direkte Weg war uns wie immer zu langweilig, also suchte ich eine schöne und abwechslungsreiche Strecke raus.
Hinfahrt:
Wettingen – Brugg – Frick – Schupfart – Sissach – Liestal – Seewen – Laufen – Röschenz- Lucelle – Saint Ursanne -
Montmelon – Saignelegier – La Chaux de Fonds – Le Locle – Morteau – Pontarlier – Champagnole – Lons le Saunier – Louhans Savigny sur Seille (340km)
Wettingen – Brugg – Frick: Der erste Teil der Strecke führte über den Bözberg ins Fricktal bis nach Eiken. Die Strassen sind gut ausgebaut und einfach zu fahren. Soweit uns bekannt gibt es auch keine fest installierten Blitzkästen entlang dieser Route.
Frick – Schupfart – Sissach – Liestal – Seewen – Laufen: In Eiken, ca. 3km nördlich von Frick führt eine kleine Strasse links weg in Richtung Schupfart. Hoch auf das Juraplateau über sanfte Hügel und kleine Dörfer gehts nach Ormalingen und Gelterkinden. In Ormalingen kommt man wieder auf eine Hauptstrasse mit mehr Gegenverkehr. Die kleine Nebenstrasse hat zwar noch keine schwere Kurven, man muss jedoch mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen rechnen. Von Sissach nach Liestal haben wir die Abkürzung über die H2 genommen. In Liestal orientiert man sich an den Wegweisern nach Nuglar – Sankt Pantaleon. In schönen, zum Teil aber engen Kurven führt die Strasse nach Büren und Seewen. Von Seewen taucht die Strasse durch eine Schlucht ab ins Birstal nach Grellingen. Dort war erstmal Tankstop für mich.
Laufen – Röschenz – Lucelle – Cornol – Saint Ursanne: Aufgetankt ging es weiter durch Laufen und hoch in den Jura bei Röschenz. Auf mehreren Kilometern folgt man der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz. Die Strasse war noch etwas feucht vom Regen und Nebel der Nacht. Wir konnten die schönen Kurven noch nicht ganz auskosten. Bei Lucelle (F) ging es weiter nach Saint Ursanne. Die kleine schmucke Altstadt war ein Abstecher wert.
Saint Ursanne – Montmelon – Saignelégier – La Chaux de Fonds – Le Locle:Von Saint Ursanne ging es über den Montmelon auf die Jura-Hauptstrasse in Richtung Saignelégier. Dort haben wir dann auch einen kurzen Mittagsrast eingelegt. Die Strasse ist gut ausgebaut und lädt zum Cruisen ein. Der Duft von frisch gemähtem Gras riecht wie ein Jura-Berg-Käse. So ging es gemütlich weiter nach La Chaux de Fonds und Le Locle.
Le Locle – Morteau – Pontarlier – Champagnole
er Grenzübergang ist nach dem Col des Roches. Wir wurden nicht kontrolliert und es ging in langgezogenen Kurven runter ins Tal des Doubs. Schon bald waren wir in Morteau. Dort öffnet sich das Tal in eine Ebene die sich aber schon bald wieder in eine enge Schlucht zusammenzieht. Hier beginnt auch der spektakulärste Teil der Hinfahrt. Auf knapp 10km Länge hat man die Strasse fast für sich alleine und kann die Kurven geniessen. Die Signalisation ist sehr präzise und die Hinweise auf enge Passagen sind ernst zu nehmen. Bei Pontalier haben wir noch einen Tankstop eingelegt und sind dann weiter über die Hochebene nach Champagnole gefahren. Dieser Teil der Strecke ist eigentlich bis kurz vor Champagnole sehr langweilig und gerade. Vor dem Etapenziel gehts dann noch ein paar netten Kurven hinunter ins schmucke Städchen welches zur Zeit total rausgeputzt wird.
Champagnole – Lons le Saunier – Louhans
ie letzte Etape ist eigentlich nur noch Pflicht. Die Strecke hat wieder mehr Kurven, aber sie ist nicht mehr so sehenswert wie im Jura selbst. Lons le Saunier ist der Hauptort der Region Jura und man merkt wie man in sich in Frankreich auf den Strassen zu verhalten hat. Je weniger Blinker umso besser fährt man. Louhans selbst wurde dann schnell erreicht und da wurden wir auch abgeholt von unseren Freunden. Eine schöne Reise war es!
Savigny sur Seille – Louhans – Lons le Saunier – Clairvaux les Lacs – St. Claude – Mouthe – Le Pont – Vallorbe – Yverdon – Neuchâtel – Ligerz – Biel/Bienne – Solothurn – Olten – Aarau – Brugg – Wettingen (343km)
Savigny sur Seille – Louhans – Lons le Saunier: Den Nachhauseweg haben wir anders gestalten wollen um noch mehr von der schönen Landschaft zu sehen. Erst ging es wieder über den bereits beschriebenen Weg zurück nach Lons. Wichtig in Frankreich Man sollte wenn möglich immer rechtzeitig an die Zapfsäule. Es kann durchaus sein, dass man auf einer Strecke von 30km keine Tankstelle findet. Da kann einem schon mal mulmig werden.
Lons le Saunier – Clairvaux les Lacs – St. Claude: In Lons geht es dann das erste Mal so richtig den Berg hoch. Vorsicht! Hier gibt es zwei Varianten nach St. Claude zu kommen. Wir sind der “Schnellstrasse” gefolgt die für LKWs ausgebaut ist und weniger steil und kurvig den hochgeht. Man kommt jedoch nach einigen Kilometern wieder auf die selbe Strecke nach St. Claude zurück. Insgesammt geht es durch schöne Wälder vorbei an kleinen Seen nach St. Claude. Dort konnte ich dann noch volltanken bevor es in den Jura ging.
St. Claude – Mouthe – Le Pont – Vallorbe: Über eine Route Departementale ging es ins Sibirien Frankreichs. In diesen Hochebenen gibt es jeden Winter Rekordtemperaturen. Zum Teil bis zu -40 Grad! Zum Glück hatten wir es wärmer. Einziges Hindernis auf der schönen Strecke waren 3 Goldwingfahrer, die zum Teil noch mit Mini-Anhänger, uns den Weg versperrten. Kurz nach Mouthe, irgendwie auch noch das Langlaufparadies Frankreichs, ging es rechts ab und den Berg hoch. Gleich nach der Abzweigung stand das Schild “Grüne Grenze” und das die Durchfahrt nur mit gültigen Papieren und ohne zu verzollende Waren stattfinden darf. Diese Strasse war nicht ganz so gut befestigt. Passagen mit frischem Rollsplitt machten die Fahrt zum Teil zur Lotterie. Auf der Talfahrt hatte man einen schönen Blick auf den Lac des Brenet und den Lac du Joux.
Vallorbe – Yverdon – Neuchâtel – Ligerz – Biel/Bienne: Vorbei am Neuenburgersee haben wir dann doch noch ein Stück Autobahn genommen um Neuenburg zu unterfahren. Es war gegen 17h und wir hatten keine Lust auf Feierabendverkehr in einer Stadt. Am Bielersee in Ligerz haben wir dann noch eine kleine Essenspause eingelegt.
Biel/Bienne – Solothurn – Olten – Aarau – Brugg – Wettingen: Das letzte Stück der Reise ist immer das anstrengendste. Die Müdigkeit in den Knochen ging es auf nach Hause. Insgesammt war es eine schöne Reise in ein schönes Gebiet. Noch nicht so verseucht wie die Alpenpässe oder das Schwarzwald kann man hier noch Motorradfahrer sein. Wünsche viel Spass beim Nachfahren!










