Andreas

Lanzarote (17.11.-25.11.2007)

Unser Herbsturlaub in Lanzarote. Die Tücken von LastMinute Urlauben und wie man trotz günstigem Preis Glück bei der Unterkunft haben kann.

Vorbereitung


Ich fand die Vorbereitung sehr witzig (Barbara). Zuerst wollten wir auf die Malediven… weil, Sonne, warm, um diese Zeit…da geht eigentlich nur was, was weit weg ist.

Dann war Mauritius im Gespräch, dann Djerba… Kanaren wollte der Andi überhaupt nicht… dann war gar nicht klar, ob wir überhaupt noch in Urlaub sollen… aber wir haben diesen Urlaub gebraucht.

Tja, und dann hat plötzlich mal der, mal der von Lanzarote erzählt, und wir haben uns die ganze Sache mal angeschaut:

  • Flugzeit 4 Stunden
  • Temperatur Ende November zwischen 23 und 25 Grad
  • Wasser ca 20 Grad
  • das klang vernünftig.

    Wir haben dann auf l’tur die Angebote geschaut, zwei Tage verfolgt, was unser Favorit so preislich macht, als er dann immer stieg und die Plätze immer weniger wurden, haben wir uns an einem Sonntag Nachmittag ins Auto gesetzt, sind nach Zürich zum Flughafen und haben gebucht.

    So richtig untypisch für uns…Tourimässig, Lastminute, Apartmentanlage im Touristenort Puerto del Carmen.
    Das war die Vorbereitung…Fertig..

    Hinfahrt und Flug

    Wir sind von Frankfurt/Main aus geflogen. Das hat preislich ganz schön was ausgemacht, nicht Zürich zu nehmen. Die Bahntickets sind für CHF 99.- Hin/Zurück pro Person auch nicht teuer. Diesen Spezialpreis gibts aber nur von l’tur und die Tickets sind erst ab Grenze Deutschland. Für die Fahrt bis zur Grenze, muss man also in der Schweiz noch Billets lösen.

    Die Zugfahrt hat ,mit einmal umsteigen, 5 Stunden gedauert, wir sind nachts um drei geflogen…das war schon etwas mühsam, aber es hat sich gelohnt, weil wir dann schon den ganzen Tag auf Lanzarote hatten.

    Der Rest, wie immer: wir kamen am Fernbahnhof Frankfurt Airport an, auf zu Terminal 2, einchecken, warten, schlafen, einsteigen, schlafen, aussteigen…Paradies! Dazu wäre noch zu sagen, dass wir in Zukunft IMMER fragen werden, mit welcher Fluggesellschaft wir fliegen. Dieses Mal war es die TUI Fly.
    Das war so ziemlich der unbequemste und unfreundlichste Flug, den wir je hatten.Sogar eine bekannte deutsche Billigairline bietet mehr Platz und freundlicheres Personal. Beim Hinflug haben wir hauptsächlich geschlafen, beim Rückflug habe ich, die ich wirklich gutmütig bin, sogar drüber nachgedacht, mich über das unverschämte, dämliche Personal zu beschweren. Wir kamen uns vor, wie in einer Sardinenbüchse, ich hab relativ lange Beine, die standen die ganze Zeit PRESS am Vordersitz an. Der Kamikazepilot tat dann beim Landen noch seins dazu, und das Personal hatte dieses eingefrorene Grinsen, nach dem Motto: Du Arschloch, was fliegst Du auch mim Flieger. Ausserdem haben sich die Stewards lautstark über Vorgängerpassagiere lustig gemacht…naja. Die Insel hat für alles entschädigt!

    1. Tag

    Es war nicht warm, die Sonne hat nicht geschienen…Aber: es war auch erst sieben Uhr morgens auf Lanzarote.
    Wir haben einen Jeep Wrangler gemietet. Für sagenhafte € 189.-, für eine Woche. Wir warteten auf irgendeinen Knaller…hatten natürlich auch noch die Unterlagen für die Reservierung zu Hause vergessen, dank mir ;-) , hatten also nur die Reservierungsnummer, die wir uns unterwegs an nem Internetterminal schnell rausgeschrieben haben.

    Der Knaller war, dass alles gut war. Die Nummer reichte, es war tatsächlich ein Wrangler Jeep, mit Dach…andere Vermietungen hatten Jeeps nur ohne Dach. Unsere hiess übrigens: www.autoreisen.es

    Und los gings…Es gibt nur wenige Strassen auf Lanzarote, diese sind relativ gut ausgeschildert, so haben wir unser Aparthotel auch schnell gefunden.

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    Balcon del Mar hiess es. Wir konnten erst um eins einchecken, aber unser Gepäck dort parken.
    Wir haben uns erst mal was zu essen und nen Kaffee gesucht. das war wichtig! Dann dachten wir…Hurra, die Sonne fängt an zu scheinen, lass uns einen Strand suchen, mal die Füsse ins Meerwasser strecken…auf Urlaub einstellen.

    Und nach dem Kaffee, war ich auch endlich aufnahmefähig für einen der schönsten Orte dieser Welt.
    Wir haben uns die Papagayo Strände ausgesucht…wir haben uns klugerweise nicht davon abschrecken lassen, dass die Strasse plötzlich aufhörte…wir hatten ja nen Jeep *grins*. Man muss bezahlen, um zu den Papagyo Stränden zu kommen, das ist aber auch sehr sinnvoll, der Preis beträgt € 3 pro Fahrzeug. Die ProllTouris bleiben weg, ausserdem ist es ein Naturschutzgebiet. da sollte nicht jeder drin rumfahren.

    Tja…Jeepfahren ist was TOLLES, auch ein Traum von mir, der damit erfüllt wäre…Und dieser Traum wurde wahr auf einer Insel, die alle meine Erinnerungen an “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” wieder aufleben liess, leider gibts keine Bahnlinien auf Lanzarote.

    Also wer dieses Buch gelesen hat und gerne mal hin will: macht Urlaub auf Lanzarote!!
    Es ist eine sehr karge Insel…man muss schon genau hinsehen, um die Lebendigkeit zu sehen.

    Aber zuerst wollten wir nur mal ans Meer!

    Und dann…nach einem kurzen Abstieg durch die Klippen war es da auch. Türkisblau, bewegt, aber nicht wild ,an einem ganz feinen sandigen Strand. Meine Schuhe flogen sofort aus, meine Jeans waren schnell hochgekrempelt, Barbara in ihrem Element. Andi war noch etwas zurückhaltend, weil das Wasser war sooooooo kalt. ;-)

    Es war windig, aber was ist das für ein schöner Geruch, der einem so in die Nase kommt…was hatten wir das Meer vermisst!
    Die Papagayo Strände sind in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Einer davon ein FKK Strand. Der ist zwischen zwei grösseren Abschnitten, ich glaube, man sollte Badeschuhe dabei haben, weil man über ein paar Steine klettern muss um hinzukommen. Wir sind keine FKK-ler, deshalb kann ich nicht mehr darüber berichten.

    Um für sich selber den besten Strand rauszufinden, sollte man sich einfach alle angucken. Die Abstände sind nicht weit, man verliert also keine Zeit, aber man gewinnt ne Menge schöner Eindrücke!

    Wir haben uns an diesem ersten Tag dann erstmal ein wenig umgeschaut. Geldautomaten gesucht, und gestaunt, gestaunt gestaunt.
    Die meisten Leute sagen von Lanzarote, es sei schwarz…für mich ist diese Insel rot!

    Irgendwann konnten wir dann in unser Apartment, das sehr schön war. Einfach aber sehr romantisch. Der Balcon del Mar ging tatsächlich zum Meer.

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    Die Anlage ist übersichtlich und sauber. Es ist zwar scheinbar nicht weit zum Meer, aber vom Hotel aus gibt es keinen Zugang zum Strand! Man sollte auch nicht zu pingelig sein, in dieser Anlage. Die Türen sind nicht ganz dicht, was auch mal den ein oder anderen Käfer anlockt. Ich empfehle eigene Handtücher mitzunehmen. Das war das Einzige, was mich gestört hat, dass die Handtücher wirklich stanken. Sie wurden zwar anstandslos ausgetauscht, als wir es beanstandeten, aber das verbesserte die Lage nicht.

    Wir sind dann einfach nochmal zur Erkundungstour losgefahren, und hatten grosses Glück, genau zum Sonnenuntergang nach Femes zu kommen.Dort treffen sich jeden Abend an der Dorfkirche Leute, weil man da wirklich einen fantastischen Ausblick aufs Meer und auf einen wunderbaren Untergang der Sonne hat. Direkt an diesem Aussichtspunkt hat es auch noch ein Cafe-Restaurant, so dass man auch nicht auf dem Trockenen sitzen muss.

    Wir sind dorthin gekommen, weil wir in einem Reiseführer gelesen haben, dass es dort die Casa Emiliano gibt, bekannt wegen seiner Spezialitäten, die da sind: Fisch, Ziege&Huhn. Ausserdem gibt es dort die beste Mojo auf der ganzen Insel. Mojo, ist eine Sosse, die hauptsächlich aus Knoblauch besteht. Es gibt sie in rot und grün. Sie wird zu jedem Essen gereicht, und man isst sie zu den pappas arrugadas, was Runzelkartoffeln sind, die in Salz gekocht werden. Allerdings ist die Mojo aber auch nur am Sonntag so speziell. Wir sind nämlich tatsächlich nur wegen dieser grünen Mojo nochmal hingegegangen, am folgenden Samstag, da war sie nicht mehr so aussergewöhnlich.

    Probiert auf jeden Fall mal die Zwiebelsuppe. Richtig ist sie mit Weissbrot und Käse überbacken.
    Auch der Eintopf ist prima!

    Was uns den Geschmacksorgasmus beschert hat, war das Bienmesabe… es wird mit Vanilleglace serviert, lasst euch überraschen.
    Mit Emiliano war auch unser erster Tag um..wir wollten nur noch schlafen. Andi konnte sich nicht mehr bewegen…die Portionen sind nämlich nicht zum verhungern!

    2.Tag

    Nach einem ausgedehnten Frühstück habe ich beschlossen heute an den Strand zu fahren. Wir so als Bleichgesichter, ausserdem war der Wetterbericht so, dass es ab Dienstag etwas windiger werden sollte, und heute schien die Sonne. Also auf zum Papagayo. Wir haben uns den Abschnitt Papagayoausgewählt. Im Strandoutfit, also mit Flip Flops ist es lustig den Abstieg vorzunehmen. Die Buchten sind klein, im Bereich der Felsen auch relativ windfrei, das Wasser wahnsinnig sauber und man kann ohne Bedenken Kinder mitnehmen, die haben da viel zu gucken und der Strand geht seicht ins Wasser über. Es ist aber immer noch der Atlantik…nicht vergessen, genau wie in der Karibik… Oberhalb der Bucht ist eine kleine Kneipe, (leider ohne Klo), der Kellner oder Inhaber von dort gestaltet Sandsteinskulpturen, die er dann in dieser Bucht auch ausstellt.

    Nach dem Strand hatten wir erst mal Hunger, naheliegend war dann Playa Blanca, wir haben uns mal die Strandpromenade angeschaut, und in einem der vielen schlechten Restaurants gegessen. Also nicht generell schlecht, aber es ist eben typisch: es gibt überall das Selbe, leichte Preisunterschiede…schnell wieder weg, weil: wir wollten ja lieber am Abend noch lecker und landestypisch essen gehen.

    Das konnten wir auch, sogar in Puerto del Carmen am alten Hafen, la Casa Roja. Nicht abschrecken lassen, dass es etwas vornehm aussieht, man bekommt dort alles, vor allem guten Service, und lecker Essen zu einem guten Preis.

    Wir bevorzugen übrigens immer den Hauswein zum Essen, damit haben wir nich nie was falsch gemacht. Auch nach diesem leckeren Menu waren wir einfach nur noch müde.Gute Nacht!

    3. Tag

    Wir haben am Vorabend noch beschlossen, heute seeehr früh aufzustehen, um einen Sonnenaufgang zu schauen und natürlich zu fotografieren. Ein Ort war schnell gefunden, in Costa Teguise gibt es unbebaute Strandabschnitte. An einem haben wir uns ausgebreitet. Andi hat alles aufgebaut, um den perfekten Sonnenaufgang festzuhalten, ich habe mich auf einer Matte niedergelassen, und die Stimmung genossen. Es gibt sogar Tourischiffe, die einem “durch” den Sonnenaufgang schippern. Gott sei Dank uns nicht direkt vor die Linse. Und DAS ist das Ergebnis: enjoy it:

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    Jetzt erst mal auf nach Norden, wir wollen heute nämlich auf den Spuren von César Manrique wandeln.
    Anfangen wollen wir mit dem Mirador del Rio in der Nähe von Orzola. Wenn man in die Manrique Region kommt ist alles superb ausgeschildert, mann kann keinen der sehenswerten Orten verpassen!
    Wir haben uns erst mal einen Kaffee in Orzola gegönnt. Dieser Ort ist wahnsinnig schön. Es gibt da eigentlich nur dieses Cafe in der Mitte des Mini-Ortes. Aber hier erlebt man einfach die Gelassenheit der Inselbewohner. Hier sind mehr die Backpacker unterwegs, es ist also weit weg von touristisch. Die Männer trinken um acht hier schon ihren Carajillo…dann sitzen sie am Hafen und erzählen..traumhaft schön, wenn man die spanische Mentalität liebt.

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    Mirador del Rio

    Von dort aus ab den Berg hoch, zum Mirador del Rio. Das Gebäude fügt sich wunderbar unauffällig in das Landschaftsbild. Es ist Gott sei Dank noch nicht viel los, also auf zur ersten Berührung mit César Manrique.Er hat diesen Aussichtspunkt gebaut, zuerst aber Tickets kaufen. Es gibt Kombitickets, die sich auf jeden Fall rechnen. Wir nehmen die mittlere Variante: 6 Sehenwürdigkeiten für €32.-
    Schon der erste Eindruck besticht: nahezu alles ist gemauert, Regale, Sofa, Treppen, alles harmonisch abgerundet, weiss, hell, man hat von fast überall Blick nach draussen, es ist aber alles andere als kalt. Holzboden, dezente gut platzierte Beleuchtung, natürliche und elektrische. Eine Symbiose von Vorhandenem und Eingepasstem.Ich muss sagen, ich als alter Dalí Fan, bin nun auch ein Fan von Manrique Architektur!

    Und dieser Ausblick…man sieht nahezu über die komplette Nordinsel und rüber auf die Schönheit La Graciosa. Ich bin mal wieder überwältigt von dem Freiheitsgefühl, das mich überkommt. Unterstützt von der steifen Brise, die ich aber als sehr angenehm empfinde. Gehört hier irgendwie dazu. Wir bleiben noch eine Weile, staunen vor uns hin, aber irgendwann müssen wir uns losreissen.

    Auf dem Weg nach unten kommen wir inmitten von Rebbergen an einer Bodega vorbei Los Almacenes, ein herziges kleines Anwesen, wo man selbstgemachte Köstlichkeiten bekommt, die einem sofort auch zum Probieren angeboten werden.

    Barbara bei der Weinprobe

    Natürlich gibt es auch die üblichen Mitbringsel, die man auch sonst überall auf der Insel findet, ABER: hier sind sie am billigsten! Also schlagt zu!
    Wir haben langsam Hunger und hier gibt es an der Abzweigung, wenn man vom Mirador kommt, das Volcán de la Corona. Es gibt zwar eine grosse Speisekarte, aber eigentlich ist die nur am Abend gültig, also nehmen wir das ‘Menu del Dia’. Eine sehr gute Entscheidung. Kanarische Hausmannskost vom Feineren, inklusive wieder dem Hauswein. Zum Abschied noch ein Likörchen aus der eben besuchten Bodega, unsere Stimmung ist dann mindestens so sonnig, wie der Tag!

    Als nächstes geht es zu den Cueva de los verdes. Es gibt nur geführte Besichtigungen in ein faszinierendes vulkanisches Höhlensystem. Der Besuch dauert etwa 50 Minuten, macht nicht den Fehler, wie wir, leert vorher die Blase. Dann kann man es sicher mehr geniessen. Es ist sehr eindrücklich. In einem erkalteten Lavastrom rum zu spazieren, das macht man ja nicht alle Tage. Es gibt auch noch die ein oder andere Überraschung drinnen zu sehen, wie optische Täuschungen, oder Gesteinsfarben, die die Gestalt eines Gespenstes haben. Auf jeden Fall mitmachen!

    Ohne Unterbrechung zu den Jameos del Agua, sogar die Klos sind im Stil von Herr Manrique gebaut, und Pipi machen kann so entspannend sein.
    Dieser Platz fasziniert mich sehr. Hier gibt es eine sogenannte Lavablase, mit Wasser gefüllt. Wein eigenes Universum, denn hier leben ganz kleine weisse Krebse, die an sonst keinem Ort der Erde zu finden sind. Das ganze wird noch von sphärischen Klängen begleitet, ich glaube, wir sassen da fast ne Stunde und liessen das auf uns einwirken.

    Drumrum sind wunderbare Dekoideen, wenn man viel Platz hat natürlich nur! Ein Steingarten der schöneren Art. Einfach ein traumhaft schöner Ort, nur gestört durch die anderen Touristen…aber das lässt sich leider nicht vermeiden.Aus dem Garten vorbei an diesem gigantischen Schwimmbassin, das aus einer weiteren Lavablase entstand, kommt man in ein Gebäude, das wohl auch teils teils Wohnhaus von César Manrique war, aber weiter ausgebaut wurde und heute eine seismographische Forschungsstation ist.
    Das Ganze ist wieder unglaublich gut in die vorhandene Landschaft eingepasst. Das ist auch das, was mich am meisten beeindruckt, das, was da ist wird einfach mit eingebaut, ohne das Bestehende zu verletzen. Der Mann hat sich wirklich Gedanken gemacht.

    Mittlerweile ist es schon später Nachmittag. Wir haben in der Bodega Tischsets mit einem sehr schönen Motiv gesehen, der Besitzer sagte uns, das sei Los Hervideros. Da das auf dem Weg nach El Golfo und auch den Salinen dort liegt, machen wir eine Reise quer durch Lanzarote vom Norden in den Süden. Und was soll ich sagen? Es lohnt sich. Los Hervideros ist einfach ein Küstenabschnitt, an dem sich der Atlantik in einer sehr zerklüfteten Lavalandschaft bricht.
    Das bringt eine sehr schöne Geräuschkulisse, und natürlich auch Wellen zutage.

    Los Hervideros

    Ich denke die Bilder sprechen für sich. Am Imposantesten ist es wohl auch dann, wenn der Atlantik nicht ganz ruhig ist, also zu der Zeit, wo wir dort waren!
    Wir kommen an den Salinas de Janubio vor El Golfo vorbei, es ist sehr spannend zu sehen, was für eine Knochenarbeit es ist, aus dem Salzwasser das Salz zu gewinnen.
    Da es langsam schon zu dämmern beginnt, machen wir uns jetzt aber auf, den nächsten Sonnuntergang von den Montanas del Golfo zu gucken.

    Sonnenuntergang bei El Golfo

    Es dauert etwa 5 Minuten den Aufstieg vorzunehmen, und man hat eine super Aussicht auf das Meer und auf den Kratersee Charco de los Clicos. Leider spielen uns die Wolken einen Streich und kurz vor Sonnenuntergang ziehen sie vor die Sonne…aber: das hier ist trotzdem dabei rausgekommen.

    Danach suchen wir wieder was zu essen…heute Abend eher nicht so erfolgreich. Wir sind platt, und gehen blöderweise wieder in Puerto del Carmen, zu einem Mexikaner, der aber multikulturelle Küche anbietet. Ein Touritempel vor allem für Engländer. Wir beeilen uns, um da wieder weg zu kommen. Gute Nacht!

    4. Tag

    Heute nutzen wir unser Ticket weiter und fahren in den Parque National de Timanfaya. Von weitem gesehen haben wir das schon, aber es ist schon ein besonderes Gefühl, in dieses so tragische und doch so faszinierende Gelände hinein zu fahren. Es ist einfach ein riesiges Gebiet, dem man ansieht, was es für ein Unheil gebracht hat. Aber wäre das alles so nicht passiert, wäre auch Lanzarote nicht das, was es ist.
    Man kann nur bis zum haupten Touripunkt fahren. In das Gebiet und auf oder an die Feuerberge, wie die Timanfaya von den Einwohnern genannt werden, fahren nur die speziellen Busse. An dem Aussichtspunkt gibt es ein Panoramarestaurant, wo man Poulet and so one vom Lavagrill haben kann.

    Der Vulkangrill im Besucherrestaurant von Timanfaya

    Ausserdem gibt es eine sehr imposante Vorführung darüber, wie kuschelig warm es etwa 10m unter den Füssen momentan so ist. Lasst euch überraschen…es ist sehr witzig und völlig unvorhersehbar…ein Vulkan eben.
    Wir schauen und staunen und beginnen dann die Rundfahrt. Und da ist es wieder, dieses Jim Knopf Gefühl. Man wird wirklich an das Geschehen gefahren. Man kann in die Timanfaya Krater reinschauen. Dir Gegend ist beängstigend, faszinierend, atemberaubend schön, vielfältig. Es gibt eine ganz eigene Flora und Fauna. Das finde ich besonders spannend: egal was passiert, egal wie die Erde hinterher aussieht, es wird immer Lebewesen geben, die es für sich ausnutzen werden. Toll anzusehen.

    Man sollte nicht ängstlich sein, wenn man diese Tour mitmachen will. Es geht auf sehr kurvigen schmalen Wegen, die nach der Seite unbefestigt sind ziemlich weit nach oben und rundrum.Und das Ganze mit spanischem Fahrertemperament. Aber es ist ein sehr eindrückliches Erlebnis.

    Wir wollen nach diesem spannenden Morgen den Tag etwas ruhiger verbringen, also führt uns unser Weg weg von der ach so touristischen Ostküste an die Westküste, nach La Caleta. Wir machen auf dem Weg dorthin noch einen kleinen aber feinen Ausflug ins Gelände, da es dorthin noch keine ausgebaute Strasse gibt. Wir landen an irgendeinem Strandabschnitt, wo es keine Menschen hat und wir beschliessen einfach ein wenig umherzuwandern und lustige Bilder zu machen. Und was soll ich sagen…die schönsten Sachen passieren ja dann, wenn man sie nicht erwartet. Es kommen nämlich nach und nach vier bis fünf Wellenreiter, denen wir gespannt zuschauen, wie sie sich immer weiter in die Brandung schmeissen.

    Surfer im kalten Atlantik

    Wir sitzen einfach in den Steinen, schauen den Surfern zu, den Vögeln zu, geniessen die Ruhe und den Geschmack von Salz und ich muss sagen, das war der Ort, an dem es mir fast am Besten gefallen hat. Irgendwann macht die Seeluft aber durstig und hungrig und wir fahren nach Teguise. Eine sehr gute Entscheidung. Das ist ein sehr schmucker Ort, der einzige auf Lanzarote übrigens, der eine “Altstadt” hat.

    Cafe Cejas

    Wir finden auch sofort ein CafeCasa Cejas, es ist mitten im Ort und ist von aussen sehr unscheinbar, innen in verschiedenen Stilen beeindruckend hergerichtet. Das Highlight ist ein überdachter Innenhof, man sitzt, wie auf einer kleinen Rambla. Es gibt leckere Teesorten, Kaffee, was das Herz begehrt, selbst gebackenen Kuchen und sonst noch kleine Köstlichkeiten.
    Was auffallend ist, ist die Sauberkeit…ein Traum.

    Nach der kleinen Stärkung machen wir uns auf, Teguise zu erkunden. Es gibt viele kleine spezielle Läden, in die es sich lohnt einfach mal reinzuschauen. Geht auch in die Kirche, sie ist wunderschön. Witzig ist vor allem die Universität… VORSICHT, in dem Baum vor der Uni sind hunderte von Vögeln. Die Geräuschkulisse ist zwitschernd, und die Wahrscheinlichkeit, dass einer davon grad verdaut, sehr hoch ;-)

    Unser Inselmitbringsel ist auch aus Teguise, ein Eisengecko, aus einem der vielen süssen Läden um den Marktplatz rum.Eine wahre Fundgrube finden wir auf unserem Streifzug, das Emporium. Es ist ein Flohmarkt für asiatische Artikel. Ich weiss nicht, wie ich es sonst beschreiben soll…es gibt von allem, was man mit China, Japan, Tibet, Indien in Verbindung bringt, etwas.

    Abschliessen wollen wir unseren Abend mit einem leckeren Essen im La Tahona. Es ist eine Einheimischenchnelle, wo noch richtig nach Mama Lanzarote Art gekocht wird. Wir geben uns die volle Ladung: Ziegenkäse, Eintopf, Fleisch und als krönender Abschluss der Süsskartoffelkuchen.
    Dazu gibts wieder Hauswein, der haut uns fast um, so lecker. Alles ist einfach, ohne Schnickschnack serviert, ehrliche, herrliche Hausmannskost gewohnt spanisch preiswert.
    Jetzt ist es wieder spät, wir vollgefuttert…ab ins Bett, gute Nacht!

    5. Tag

    Heute nehmen wir uns das Haus des Meisters vor. Es ist in Tahiche und heisst Fundación César Manrique. Es ist nicht im Kombiticket mit drin, das Geld des Eintritts wird aber genutzt, um das Haus und alle Manriqueeinrichtungen in Schuss zu halten. Es lohnt sich allemal!


    Es ist wieder ein “Guckorgasmus”. Das Haus ist eine perfekte Symbiose von drinnen und draussen, hell und dunkel, Natur und um die Natur drumrum gebaut. Es gibt bauliche Parallelen mit dem Haus von Salvador Dalí, aber die beiden sind natürlich in keinster Weise miteinander zu vergleichen! Ich mag hier jetzt nicht zu sehr schwärmen und verraten…nur so viel: ohne zu überlegen würden wir es sofort nehmen! Ein Traum. Von Tahiche gehts dann ab nach Guatiza in den Jardin de Cactus. Es ist die gösste Sukkulentensammlung in Europa, wunderbar angelegt in einem Lavaterrassengarten, der aussieht, wie eine Arena. Die Gebäude sind wieder vom Meister himself designt, einfach hingehen, schauen, staunen, entspannen!Nach den ganzen Eindrücken haben wir wieder mal Hunger und wir nehmen uns eine Tapasbar aus unserem Reiseführer vor. Sie ist in Mala. Angeblich ein superschöner Ort, in dem sich die ganzen Deutschen niedergelassen haben…uns haut es jetzt nicht vom Hocker, da gibt es wirklich schönere Orte auf Lanzarote. Die Bar heisst Don Quijote und wird von einem Deutschen geführt. Die Tapas sind irre lecker, der Inhaber ein wenig kauzig, aber für einen Deutschen doch schon recht nett.
    Mala nehmen wir als Ausgangspunkt uns das oasenartige Inselinnere anzuschauen. Wir fahren also nach Haría und von dort aus die Serpentinen hoch und runter, wieder nach Teguise. Das Besondere am Inselinneren ist, dass es in einem feuchtigkeitsspeichernden Tal liegt, und dort wunderschöne Pflanzen und viel grün zu finden ist. Für Lanzarote eine eher untypische Vegetation, aber eben in dieser gigantischen Lavagesteinskulisse.Langsam wird unsere Zeit knapp…und wir wollen ja noch sooo viel sehen, und vor allem auch noch zollfrei Parfum kaufen. Also weiter, auf in den Süden. Wieder nach Playa Blanca, weil dort das berühmte Café del Mar zu finden ist. Es ist am Puerto Maria Rubicón zu finden. Der ganze Hafen ist sehr schön gemacht, Holzstege auf Stelzen, schöne Yachten. Es ist eher nobles Publikum zu finden, entsprechend sind auch die Preise höher…es ist aber nicht alles Gold was glänzt ;-) . Die Karte des Café’s ist relativ unnötig, es ist (vielleicht lag es auch an:ausserhalb der Saison) nämlich fast nichts, von dem was draufsteht, zu haben…fragt einfach, das Personal ist leicht überheblich, aber der Blick auf den Leuchtturm und die vielen bunten Boote nimmt mir auch schnell wieder meinen schnellen Pulsschlag!

    Direkt am Café del Mar ist die Perfumeria Sabina. Wir gehen mal gucken, was die Preise so sagen. Sie sehen gut aus, und wir bekommen auch das Canarische Angebot, kauf viel, bekomm noch mehr Rabatt. Wir machen unseren Korb voll, schlagen Superpreise raus, bekommen noch ein kleines Give away, und stellen fest, nach mehrmaligem Prüfen in angeblich günstigeren Parfumerien, dass wir WIRKLICH den besten Preis bezahlt haben.
    Es ist schon dunkel, und wir haben schon wieder Hunger. Wir wollen gerne Fisch, und unser Reiseführer empfiehlt das Bogavante. Wir fahren mal hin, man könnte noch draussen essen, man sitzt praktisch in der Brandung des Atlantiks, wir nehmen aber die Terrasse, die mit Glas vor der steifen Brise schützt.
    Die Preise sind gut für das, was es gibt. Ich probiere meinen ersten Hummer, den ich alleine zerlegen muss. Auch hier profitieren wir von: ausserhalb der Saison, irgendwie haben wir das Gefühl, wir sollten schnell schnell essen und bitte wieder abhauen…aber das Essen war in der Tat sehr gut!
    So, dunkel, satt…gute Nacht!

    6. Tag

    Heute ist es zwar windig, aber sehr sonnig. Deshalb beschliessen wir, noch einmal in den Nordwesten zu fahren, den Surfern zuzusehen und uns noch ein wenig in der Sonne braten zu lassen.
    Wir fahren also nach La Caleta de Farmara. Es ist waahnsinnig windig und ich stelle mich schon drauf ein, den ganzen Tag, trotz strahlendem Sonnenschein, meine langen Klamotten anzulassen. Aber es gibt dort so viel zu sehen. Wellenreiter, oder solche, die es werden wollen, Gleitschirmflieger, die sich an den imposanten Steilhängen, die an den Strand anschliessen, entlanggleiten lassen, ein total irrer Hund…Andi fängt an, einen Steinhaufen zu bauen, ich will ihm dabei helfen und gehe hinter eine aufgeschüttete Minidüne…und Tadaaaaa: da ist es windstill. Allerdings nur, wenn man den Kopf nicht wieder in den Wind hebt. Also nehmen wir uns eine, breiten uns aus, was soll ich sagen: Ein Tag am Meer, sogar mit Sonnenbrand. Wer hätte das gedacht?
    Nach dem anstrengenden Sonnenbad schauen wir uns noch den Ort selber an. Er ist sehr ursprünglich und verträumt. Es hat mehrere Surfschulen, man kann sich Jetski mieten. Es scheint so, als ob hier das Rucksacktouristenparadies ist. Zwei Velofahrer suchen eine Bleibe für eine Nacht, und schon zieht der Gastwirt los, um rundum zu fragen, wer noch Zimmer frei hat!

    Wir fahren noch ein wenig in die Gegend um Yaiza und Uga rum, entdecken hübsche Orte, in denen noch hübschere Häuschen zu verkaufen sind und beschliessen, aufgrund unserer heutigen Erfahrungen, beim nächsten Mal Privat eine Unterkunft zu mieten.
    Man muss übrigens mal erwähnen, was wir für ein wahnsinns Glück hatten, mit unserem Aparthotel in Hafennähe in Puerto del Carmen.
    Weil: wir haben es verdrängt wann, aber an einem Tag in dieser Woche, sind wir eher zufällig beim Suchen nach einem Geldautomaten in die Tourigegend von Puerto del Carmen gekommen…das wäre für uns der Horror gewesen, wenn unser Pauschalhotel DORT gewesen wäre. Da sind Zustände, wie in Sardinenbüchsen, nichts erinnert an Spanien, oder die Canaren…naja. 98% im Leben sind Glück, und wir hatten davon 100%!
    Zum Abendessen gehen wir wieder zum Hafen bei uns im Ort, dieses Mal nehmen wir La Lonja. Ein eher einheimisches Fischrestaurant. Die Auswahl ist so gross, dass wir uns kaum entscheiden können. Anhand der günstigen Preise denken wir, man müsse mehrere Fischsorten nehmen, entscheiden uns aber klugerweise jeweils nur für eine…es ist der Hammer: für umgerechnet €8.- bekommt jeder kanpp 400-500g feinsten, frischen Fisches. Wir kämpfen…aber ein Nachtisch geht natürlich immer noch…Bienmesabe…hatte ich schon erwähnt, dass das so ziemlich das Geilste ist, was es gibt? ;-)

    7. Tag

    Unser letzter Tag auf dieser Trauminsel. Ich werde langsam wehmütig. Wir haben noch zwei drei Sachen zu besorgen, Souvenirs und Geschenke. Direkt auf dem Weg vom Hotel in Richtung Tias ist ein gemütlicher Shop, wo wir aussergewöhnlichere Sachen finden. Nicht ganz billig, aber wir nehmen einige mit!
    Wir entschliessen uns noch das älteste Weingut der Insel zu besuchen. Es ist zwischen Masdache und Teguise und heisst El Grifo. Es hat auch gleichzeitig noch ein Weinmuseum, im Eintritt (€ 10) ist dann auch noch eine Degustation dabei. Wir haben es aber noch auf eine Bodega namens El Chupadero abgesehen. Deshalb lassen wir die Besichtigung sausen. Die Bodega ist gut ausgeschildert, ca. 5km von dem Weinmuseum entfernt, in Richtung Arrecife. Das Haus steht alleine in den Weinhügeln. Es ist sicher nicht die günstigste Location, aber eine der spannendsten. Die Einrichtung ist sehr gemütlich, die Karte aussergewöhnlich. Die Bedienung irre nett. Das Lokal wird geführt von einem Deutschen und einer Engländerin, also auch mehrsprachig ;-) . Wir geniessen unsere Zeit dort, haben natürlich schon wieder Wein…Prost.

    Da es uns in der Gegend um El Golfo sehr gut gefallen hat, und wir uns die Salinas nochmal genauer ansehen wollen, geht es weiter an die Westküste. Uns fällt ein Montana de Fuego auf, der rot-schwarz ist. Wir nutzen unser Offroad Gefährt und biegen in einen nicht befestigten Weg ein. Das sollte man nicht tun…das wissen wir. Und genau auf diesen Berg laufen wir rauf.

    Ich muss dazu noch sagen, dass wir die ganze Woche davon geträumt haben, mal IN einen Vulkan reinzuschauen. Wir haben die Hoffnung schon aufgegeben, da kommt dieser Vulkan. Es ist ein wehendes Erlebnis, denn knapp oben angekommen, schmeisst uns der vorher nicht bemerkte Wind, fast um. Und wir können in diesen Krater reinschauen. Eine eigene kleine Welt. WAHNSINN. Und wieder ein Traum, der hier, in diesem roten Paradies wahr wird.


    Es ist leider schon wieder kurz vor Sonnenuntergang und wir brauchen noch einmal diese wunderbare Mojo bei Emiliano. Also auf nach Femes. Wir sehen noch einmal den Untergang, gehen zu Emiliano und haben wieder ein wunderbares Essen, á la Mamita…Abschied nehmen fällt schwer, sogar, wenn die Mojo diesmal nicht so lecker ist, wie am Sonntag!
    Unser Flieger geht morgen früh um sieben…Adios Lanzarote…Adios ach so viele Träume erfüllt zu haben.

    Aber eins ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: Wir kommen wieder!

    Essen und Trinken

  • Bodega “El Chupadero”, La Geria
  • “Casa Emiliano”, Femes
  • “La Casa Roja”, Puerto in Puerto del Carmen
  • “La Lonja”, ebenfalls am Hafen in Puerto del Carmen
  • “Vólcan de la Corona”, auf dem Weg zum Mirador del Rio
  • “Don Quijote”, Mala
  • “Casa Cejas”, Teguise
  • “La Tahona”, Teguise
  • Einkaufen

  • Parfumerie Sabina, Playa Blanca, Puerto Maria Rubicón
  • alle Läden im und um das Zentrum von Teguise
  • Souvenirs

  • Bodega “Los Almacenes”, inclusive Wein-und Likörprobe
  • Buchtips

  • Fundacion Cesar Manrique, Lanzarote (Opus)
  • Insel Lanzarote. Urlaubshandbuch (Reise Know-How)
  • Die letzten Paradiese – Lanzarote: Die Feuerberge
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