Jan 19th, 2009
Winterwochenende mit dem Glacier Express
Wie man in eine völlig andere Welt eintaucht und nur schwer wieder aufwachen will…

Im Januar 2008 haben wir im MIGROS Prospekt ein sehr schönes Angebot entdeckt.
Mit dem Halbtax konnte man Bahntickets kaufen, die als GA gelten, und die Schweiz entdecken.
Auch Sonderzüge wurden mit diesem Ticket wesentlich günstiger. Man musste nur noch die Platzreservation und den Zuschlag bezahlen.
Da ich immer schon mal mit dem Glacier Express fahren, und vor allem endlich mal in meinen heissgeliebten Schnee wollte, war schnell klar: Wir fahren mit dem Glacier Express.
Pro Ticket haben wir CHF 54 bezahlt, zwei brauchten wir, da eins für zwei Personen pro Tag galt, und wir uns entschlossen haben: wenn schon, denn schon übernachten wir unterwegs und fahren am nächsten Tag zurück. Da seh ich auch mal wieder viel von der schönen Schweiz.
Wir haben uns dann entschlossen, nach einem Besuch auf der Website, in das höchste Hotel der Schweiz zu gehen. Das Hotel Kulm auf dem Gornergrat. In 3100m inmitten von 29 4000er Gipfeln gelegen.
Das Angebot des Hotels ist sehr vielseitig, und es gibt komplette Arrangements zu sehr vernünftigen Preisen.
Die Buchung geht problemlos online, wir haben noch eine Reservation im Glacier Express vorgenommen und auf gings…
Wie immer bei Bahnreisen im Metzger/Cahenschen Haushalt: Bus nach Baden, Zug nach Zürich HB.
Von dort sind wir nach Chur gefahren, um dann um 11:15h in den Erlebniszug GLACIER EXPRESS einzusteigen.
Das Erlebnis ging relativ schnell los. Kaum zehn Minuten unterwegs gehts hoch, und da war er: SCHNEE!
Man taucht tatsächlich in eine völlig andere Welt ein, da ich kein Skifahrer bin, hat mich das schon sehr beeindruckt! Man fährt am Rhein vorbei, ein ganz kleines ruhiges Flüsschen, kurz nach dem Entspringen.
Wälder, Berge,grün, weiss…hoch runter.
In Disentis wird die Lok durch eine Zahnradlok ausgetauscht, weil ab hier gehts richtig los!!!
Im Zug selber sitz man in herrlichen Panoramawagen,und bekommt Kopfhörer, die einem die wichtigsten Streckenabschnitte und wissenswerten Dinge erzählen.
Man kann den Glacier Express auch mit Essen buchen, es gibt eine regionale Karte, also mit Spezialitäten aus dem Bündener Land, und man kann aus mehreren Speisen auswählen.
Wir hatten unsere Sandwiches dabei, was auch niemanden stört.Was soll ich sagen…man kann diese Tour schlecht beschreiben…man muss das selber erleben.Das Einzige was wir eben nicht gesehen haben ist der Abschnitt von St.Moritz nach Chur, wo auch spektakuläre Abschnitte zu betrachten sind.
Das Highlight der Strecke ist dann von Visp nach Zermatt.
Für alle, die das nicht wissen: Zermatt ist Autofrei und nur mit dem Zug zu erreichen.Das Wahrzeichen des Dorfes, das Matterhorn ist so geschickt gelegt, dass man es auch tatsächlich erst in der Dorfmitte sieht…
Wir hatten wenig Zeit, uns davon beeindrucken zu lassen, da wir unterwegs aufgrund des guten Skiwetters auf die “regulären” Züge warten mussten ,und die Strecke nur wenig Ausweichgleise hat.
Unser endgültiges Ziel war nämlich noch einige Stationen höher: Gornergrat! Mit der Gornergratbahn, auch eine Zahnradbahn, von Zermatt aus zu erreichen.
Die letzte Bahn fährt um sieben Uhr und das wahnsinnig nette Zugpersonal vom Glacier Express hat es hinbekommen, dass die Herren der Gornergratbahn zehn Minuten auf uns gewartet haben.
Und dann ging es nach oben…immer rund um das Matterhorn, das je näher es kommt, noch mehr und noch mehr spektakulär wird.
Und dann: sind wir oben…und so sieht es aus…
Es war irre kalt dort oben…aber diese Luft…
Und dann kamen wir in das Hotel. Es ist eine Mischung aus freakig, fein, nobel, rustikal…
es ist komplett mit natürlichen Materialien eingerichtet, und was ich eine ganz süsse Idee finde, die Zimmer sind jeweils nach einem der 29 umliegenden Gipfel benannt und hat die Höhenmeter als Zimmernummer.
Es ist überschaubar, und: nachdem die letzten Schneefreaks abgefahren sind Richtung unten, sind die Gäste und die Angestellten die Einzigen da oben.
Wir haben mit Viergänge Abendmenu gebucht. Es gibt ein Vorspeisenbuffet, und dann herrliche Schweizer Köstlichkeiten. Einfach überraschen lassen. Das Personal ist sehr sehr nett, aber nicht aufdringlich. Man hat sofort das Gefühl zu einer grossen Familie dazu zu gehören.
Nach dem Essen gehen wir auf unser Zimmer, der Tag war spannend, und wir geniessen die Ruhe
Diese Ruhe ist so ruhig, dass Andi nachts von seinen eigenen Bewegungen wach wird. Gott sei Dank wird er wach…weil der Mond scheint genau auf das Matterhorn, das mitten vor unserem Fenster prangt. Es ist ein einmaliger Anblick…
Nachts haben wir diesen Anblick einfach nur für uns genossen…aber am Morgen haben wir uns den Wecker gestellt, dass wir den Sonnenaufgang von Anfang bis Ende fotografieren können. Das muss einfach sein…wann sieht man so etwas Imposantes schon mal wieder.Und so sieht das aus:
Dieses Erlebnis müssen wir erst mal verdauen…ausserdem ist uns kalt. Also: auf zum Frühstück! Danach drehen wir noch eine kleine Runde auf dem Aussichtspunkt und lassen die ganzen Berggipfel auf uns wirken, und machen uns dann auf den Weg aus dem Gipfelparadies in die “normale” Welt…bye bye Matterhorn.
Unser Weg führte erst mal zurück nach Visp, von dort probierten wir gleich mal den neuen Lötschberg Basistunnel aus. Unglaublich wie schnell man mit 200km/h durch die Alpen flitzt. In Spiez sind wir umgestiegen in Richtung Interlaken, vorbei am Thuner See, durch Interlaken, Brienzer See, Meiringen – vorbei an dem viel aufwirbelnden Militärflugplatz, über die Brünig, am Lungernsee nach Luzern.
Es ist schon spät…also lassen wir die Stadtbesichtigung Luzern samt Gepäck flachfallen und fahren gleich weiter nach Zürich und heim nach Baden.
Dieses Wochenende war eines der spannendsten überhaupt für mich…ich bin fast durch die ganze Schweiz gefahren, kenne jetzt fast alle Seen, hatte eine der schönsten Zugstrecken der Welt, die sauberste Luft, die ruhigste Ruhe und einen der spektakulärsten Ausblicke auf den Tobleronemountain.

Tipps
Wenn ihr diese märchenhafte Tour auch machen wollt, nehmt euch tatsächlich zwei Tage Zeit. Man ist so voller Eindrücke durch diese sagenhafte Gegend, dass ich finde man sollte sich die Auszeit gönnen, bevor es am nächsten Tag mit neuen Eindrücken weitergeht.
Hotels oder Ziele gibt es viele. Auf dem Weg zum Gornergrat, gibt es auf einer Zwischenstation auch ein Igludorf. Für die ganz Abenteuerlustigen. Aber auch in Zermatt ist sicher was schickes zu finden.
Wir lieben einfach mehr die Ruhe und das Individualistische. In Zermatt selber geht am Abend noch die Luzie…für alle, die noch es biz Aprés Glacier Express wollen.
Lasst auf jeden Fall nicht das letzte Stück nach Zermatt aus…es ist fantastisch durch die engen, hohen Berabschnitte in diesen schönen Ort einzufahren.
Viel Spass beim Entdecken einer der schönsten Eisenbahnstrecken und Weltflecken, die es gibt!!!














