Andreas

Berlin (19.7. – 22.7.2007)

Im Februar 2007 habe ich auf eBay einen Gutschein für 2 Personen und 2 Übernachtungen in Berlin Mitte ersteigert. Nun werden Barbara und ich vom 19.7. – 22.7.2007 in der Hauptstadt Deutschlands verweilen. Mit im Gepäck, persönliche Empfehlungen von Sarah Kuttner. Wir sind gespannt auf Berlin.

Vorbereitung

Das Buchen des Hotels mit dem Gutschein war kein Problem. Ein Anruf genügte und etwa 2h später bekam ich dann auch die Bestätigung, dass mein Voucher gültig ist. Das Appartmenthotel befindet sich in Berlin Mitte unweit des U-Bahnhofs Zinnowitzer Strasse.

Das Bahnticket mit dem CityNightLine von Baden nach Berlin haben wir direkt am Ticketschalter der SBB gebucht. Der Angestellte war etwas unfreundlich und meinte als ich den CityNightLine erwähnte, dass er keine Zeit für Sonderwünsche hätte. Naja, das zum Thema freundliche Bahn. Ich werde wohl in Zukunft die Tickets nur noch über die Website von CNL bestellen. Schliesslich werden die Bahnhöfe ja nach ihrem Umsatz gemessen.

Egal, wir haben das Ticket gekauft und haben für 2 Plätze in der Kategorie Economy Double gebucht. Sparnight Tickets gabs keine mehr. Ich frag mich sowieso wie hoch die Kontingente sind. Auf Wochen hinaus keine Plätze verfügbar.

Mit dem Flieger hin und zurück wär günstiger gewesen, aber Barbara war noch nie im Nachtzug. Economy Double ist von den Platzverhältnissen nicht gerade sehr grosszügig bemessen, reicht aber für die eine Nacht. CityNightLine habe ich als sehr gute Bahngesellschaft in Erinnerung und ich freue mich schon jetzt auf die kommende Reise.

Für den Rückflug haben wir dann AirBerlin gebucht. In Berlin ist der Abflug Sonntag abends und vom Flughafen Zürich ist es nicht mehr weit nach Hause.

Ticket Preis
CNL Economy Double
Clubtraveler Tarif
Baden-Berlin HBf
CHF 334
AirBerlin
BER – ZRH
EUR 174

Die Preise verstehen sich für 2 Personen.

Anreise

Am Abend des 19.7. stiegen wir in Baden in den CityNightLine. Unser Abteil war im oberen Stock des Wagens. Die Eco-Double Abteil ist bekanntlich etwas kleiner geschnitten, dennoch ist alles vorhanden. Auch den Rollkoffer haben wir ohne grosse Probleme die kleine Treppe hoch ins Abteil gebracht, danach war es aber eng! Barbara wollte unbedingt das obere Bett so nahm ich eben das Untere.
Ich habe 2 Tage vor der Abfahrt noch einen Tisch im Speise- und Loungewagen des Zuges reserviert. Die Anfrage per E-Mail wurde mir am nächsten Tag auch gleich bestätigt. Wer in den Speisewagen will, sollte reservieren, der Andrang ist sehr gross. Ist ja auch noch der einzige Wagen wo man Rauchen darf. Das Angebot beschränkt sich auf 1-2 Menüs und 3-4 Salate, ist aber sehr lecker. Nach einer Verdauungszigarette und einem Bier gingen wir dann schlafen. Die Fahrt selbst war sehr ruhig, nur das Klima im Abteil war etwas frostig, auch das Hochdrehen der Heizung brachte keinen Unterschied.
Pünktlich um 6h45 wurden wir dann geweckt und bekamen das Frühstück. Natürlich wurde unser Abteil noch umgebaut in die “Tagesposition”. Der Kaffee war erstaunlich gut für einen Nachtzug. Wir können eine Fahrt im CNL nur empfehlen. Ich habe ein Gerücht zu Ohren bekommen, dass Betreiber vom CityNightLine Kurswagen nach Warschau und Moskau planen.

In Berlin kamen wir am neuen Hauptbahnhof an. Dieser ist in verschiedene Ebenen aufgeteilt. Unten durch gehen die Nord/Süd Verbindungen der Regio- und Fernbahnen. Und auf den oberen Etagen die Stadtbahn mit der Ost/West Fernbahn. Der ganze Bau wirkt etwas protzig und nicht besonders praktisch. Es gibt nur eine öffentliche Toilette im ganzen Komplex und die ist nicht mal richtig sauber und kostet dazu noch 80 cent.
Die Anbindung an den Nahverkehr innerhalb Berlin ist auch nicht besonders gut. Auf dem Weg zur Bushaltestelle muss man noch an hunderten wild geparkten Fahrrädern vorbei.

Unterkunft

Das Appartmenthotel ist wie schon erwähnt gleich an der U-Bahn Station Zinnowitzer Strasse. In den Zimmern selbst, es gibt auch Mehrzimmer-Wohnungen, hat man eine eigene kleine Küche mit Kühlschrank und Kochherd. Die Mini-Bar ist auch gefüllt, doch die Preise für die Getränke und Snacks schreckten uns einwenig ab. Eine Flasche San Pellegrino kostete € 6!

Die im Voraus bestellten “Anti-Allergiker” Bettwäsche war leider nicht vorhanden, so mussten wir nochmals an der Rezeption nachfragen. Am Abend war dann das Bett neu bezogen.

Trotz der zentralen Lage in Berlin Mitte war es nachts sehr ruhig und wir hatten einen kleinen Balkon mit Tisch und Stühlen zum schön begrünten (inkl. Koiteich!) Innenhof.

Frühstück war im Preis inbegriffen. Es gab ein Buffet mit allem was man erwarten kann. Am Sonntag dann auch Lachs.

Wir können das Hotel nur weiterempfehlen. Durch die Lage in Berlin Mitte und in der Nähe der Strassen und U-Bahn ist man schnell in den wichtigsten Stadtteilen wie Prenzlauer Berg, Mitte oder am Alexanderplatz. Die S-Bahn Station “Nordbahnhof” ist auch innerhalb 5 Minuten zu Fuss erreichbar.

Was gibt’s da zu sehen?

Berlin hat für alle was zu bieten. Sei es für Shopping oder Kultur. Bei jedem Besuch gibt es etwas neues zu entdecken. Empfehlenswert ist der Kauf der Berlin-WelcomeCard. Der Preis beträgt EUR 21 für 72 Stunden. Im Preis inbegriffen sind alle öffentlichen Verkehrsmittel in und um Berlin. Ausserdem erhält man noch ein kleines Gutscheinheft mit vielen Ermässigungen auf Museen, Ausstellungen und andere Attraktionen.

Sehr praktisch ist die Buslinie 100. Sie führt vom Bahnhof Zoo bis Berlin Mitte an den Alexanderplatz. Die Linie 200 fährt über den Potsdamer Platz. In den Doppeldecker-Bussen hat man einen guten Ausblick. Leider sind die Scheiben oft zerkratzt und man hat keine gute “Sicht” nach draussen um zu Fotografieren. Tagsüber fährt die Linie im 10-Minuten Takt.

Der Potsdamer Platz inklusive dem Sony Center sollte man Abends oder noch besser Nachts besuchen. Das Lichterspektakel ist fantastisch.


 


 


 


 

Berlin bei Nacht hat seinen eignen Charme. Doch den Tiergarten sollte man meiden, zudem ist er völlig unbeleuchtet.

Bei Tag empfehlen wir eine Tour mit den Booten auf der Spree oder den anderen Kanälen der Stadt. Man kriegt zur Welcome-Card auch dafür einen Ermässigungsgutschein. Eine Rundfahrt dauert meisten etwa eine Stunde und man fährt von der Museumsinsel durch den Kupfergraben ins neue Regierungsviertel und kriegt dazu auch noch wissenswerte Informationen durch einen typischen Berliner Guide.


 


 


 

Essen und Trinken

Berlin hat kulinarisch sehr viel zu bieten. Von der Currywurst Bude bis zum Sterne Restaurant. So viele Nationen wie in dieser Stadt leben so viele unterschiedliche Kneipen gibts auch. WIr haben auch Döner für 1 € gesehen, haben aber ehrlich gesagt aus Angst keinen gegessen.

Folgende Restaurants und Kaffee’s werden uns noch lange in Erinnerung bleiben:

  • kasbah Gipsstrasse 2, 10119 Berlin – Das kleine, schmucke Lokal liegt an einer ruhigen Seitenstrasse in der Nähe der Hackeschen Höfen und des Alexanderplatzes. Der Service ist perfekt. Vor dem Essen wird Rosenwasser zum Händewaschen gereicht und die Kellner sind sehr freundlich und leben die marokkanische Kultur hundertprozentig aus. Das Essen ist sehr lecker und man fühlt sich nicht mehr in Berlin. Das Couscous Kasbah und Tajine Malike mit gefüllten Datteln sind der absolute Geheimtipp!
  • Trattoria Paparazzi, liegt mitten im “Prenzlberg” an der Husemannstrasse 35, 10435 Berlin. Schönes italienisches Lokal mit einer feinen Auswahl an Menüs. Pizza und Spaghetti Bolognese sucht man hier vergebens.
    Die Karte beschränkt sich auf saisonale Spezialitäten aus Ligurien und der Toskana (soweit mein Wissen und Gaumen). Die Bedienung ist sehr freundlich.

  • “Biers”, Ku’damm 195, die Currywurst-Bude in Berlin. Wenn man Glück hat trifft man sogar Stars und Sternchen in diesem Lokal. Die Bedienung ist nicht unbedingt die freundlichste, aber dafür kriegt man die perfekte Currywurst in der gewünschten Schärfe. Auf Wunsch sogar mit Champagner! Die Wurst wird auf Teller serviert. Das Lokal hat bis spät Nachts geöffnet.
  • Toast, Raumerstrasse 12, Prenzelberg, ist ein schmuckes Stehcafé mit einer super Auswahl an verschiedenen Tees, Kaffees und Kuchen. Ein typischer Szene- und Kieztreff. Nur zu empfehlen!

  • Einkaufen

    Berlin hat für jeden Geschmack den richtigen Laden. Leute die den neusten Trends nacheifern sollten sich in der Region run um den Prenzlauer Berg umsehen oder in der Mitte.

    Für Brillen und Sonstiges können wir den funk-Store in der Oranienburger Strasse 87 empfehlen – Anders & Martin, die Verkäufer dort sind super nett! Wir konnten es nicht lassen und mussten uns gleich mit Brillen und Accessoires eindecken.

    Was in Paris der Eifelturm oder in New York die Freiheitsstatue ist in Berlin das Ampelmännchen. Eigentlich ein Relikt aus DDR Zeiten wurde er zum Kult und ist zum Beispiel im Ampelmännchen-Laden in den Hackeschen Höfen zu finden. Wir haben leider nichts passendes gefunden und waren nur kurz in dem Laden. Die Hackeschen Höfe sind aber ganz schön anzuschauen und sind aufjedenfall ein Besuch wert!

    Tips

    Eine Rikscha Fahrt bei Nacht. Am Brandenburger-Tor haben wir um ca. 23h30 eine Fahrt mit einer Rikscha gebucht die durchs Regierungsviertel, an den Gendarmen-Markt, zum Checkpoint Charlie, an der alten Mauer vorbei zum Potsdamer Platz führte. Eine Stunde kostete für 2 Personen EUR 30.

    Abreise

    Der Flug mit AirBerlin war sehr angenehm. Natürlich gibts wie bei anderen Billigairlines keine gratis Bordverpflegung. Das war nicht so schlimm. Wir mögen keine Sandwiches die irgenwann mal gemacht wurden und den ganzen Tag in halb Europa hin und her geflogen wurden. Check-In war sehr angenehm und ging flott über die Bühne. Und im Gegensatz zu Hahn ist man hier auch freundlich bei Grenzschutz bzw. den Sicherheitsbeamten. Abflug und Ankuft war pünktlich und wie gewohnt bei Air Berlin.
     
     
     

    Buchtip

    Berlin. Polyglott on tour. Mit Cityflip

    Karte

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